Jubel, Trubel und ein wenig Bitterkeit

Das große Saisonziel ist erreicht: die B Liga steigt (als 3. hinter den nicht aufstiegsberechtigten
tschaturanga und Aljechin/Wieden) in die A Liga auf!!!
Jetzt muss nur noch die 1. Klasse den 3-Punkte-Vorsprung in der Schlussrunde am Sa.
verteidigen, dann haben wir die (almost) "Perfect Season"!

Das gibt uns in der nächsten Saison größere Flexibilität in der Aufstellung der beiden ersten
Mannschaften und für manche die Möglichkeit, doppelt zu spielen.

1,5 Punkte mussten dazu in der Schlussrunde her, allerdings gegen Aljechin, die alle bisherigen Wettkämpfe (auch gegen den Ersten) gewonnen hatten. Wie stellten also relativ stark auf,
konnten daher die Ausfälle (Vymazal, Rubil, Steiner, Horvath) in der Landesliga, wo es immerhin
noch theoretisch um den Meistertitel (nur ein Punkt Rückstand auf den Ersten) ging, qualitätsmäßig
nicht ersetzen. Zum Glück hatten die Gegner das gleiche Problem mit Ausfällen in der Landesliga
und traten daher so schwach wie noch nie in dieser Saison an. Noch dazu mit einem Mann weniger,
2/3 des Solls waren also kampflos erfüllt.

Ein Remis musste noch her, es sollte trotz einer rekordverdächtig schnellen Aufgabe von yours truly
(2 Figuren in den ersten 16 Zügen eingestellt) sogar deutlich mehr werden, einige Bretter kippten zu
unseren Gunsten und ein souveräner 4,5:3,5 Sieg wurde eingefahren.
Großes Feiern war aber nicht angesagt, da alle mit der Landesliga zitterten, wir hatten am Papier die
scheinbar bessere Auslosung als die Konkurrenz: der Führende tschaturanga trat gegen den Dritten Ottakring an, wir gegen den Vorletzten Amateure. Diese waren aber mit Austria (ein halber Punkt dahinter) und Währing (ein halber Punkt davor) in einen der heftigsten Abstiegskämpfe der letzten
Jahre verwickelt und dementsprechend "auf magaziniert". Wir waren außer auf den beiden ersten
Brettern, zT deutlich, elo-schwächer.
Außerdem waren Volki und Reini gesundheitlich angeschlagen, wollten eigentlich gar nicht spielen und
kamen nur, weil es um den Titel ging.
Es lief entsprechend "zach" für uns, Schmoll stand bald auf Verlust, einige andere verdächtig.
Michi G. gab rasch Remis, Ctibor hatte sich eigentlich auf Vlcek vorbereitet, sein tatsächlicher Gegner
Bezuch spielte aber die gleiche Variante - ebenfalls schnelles Remis (Super-Score: 5,5 aus 9, davon
1,5 aus 2 gegen IM).
Hoffnung machten Brett 3 (Michi I., ein Mehrbauer) und 10 (Michi B., Riesen Raumvorteil), auch auf
Brett 2 (Papa Joe) rechnete ich mir Chancen aus, allerdings hat der Bachofner Andi gerade unter
Druck schon große Leistungen gebracht.
Volki hätte gegen das Standard-Brett 1 IM Alvir wahrscheinlich Remis gegeben, gegen den schwächeren
Schwarz spielte er trotz Fieber "hopp oder drop" und überzog. Auch Reini berechnete ein Opfer falsch,
bedauerlicher Zwischenstand 1:4.
Die Hoffnungen auf den Titel schwanden dahin, zumal tschaturanga in der parallelen Begegnung mit
einer der stärksten Mannschaften der letzten 10 Jahre antrat (ELO-Schnitt 2345 auf 10 Brettern!).
Ottakring hielt zwar voll dagegen, war aber vor allem auf den hinteren Brettern auf verlorenem Posten,
Siege von GM Stohl gegen IM Fauland und IM Fröwis gegen IM Baumgartner auf Br. 1 und 2 hielten sie
aber im Wettkampf.
Gerade als meine Hoffnung wieder aufkeimt (Michi B. hatte klare Gewinnstellung,
Michi I. inzwischen 2 Mehrbauern gegen Vlcek), ein kleiner Dämpfer: Bartl übersieht die einfache
Siegkombination (Figurengewinn oder Matt), die (typisch!) alle Kiebitze sehen. Die Stellung ist zwar
immer noch gewonnen, aber...
Ich schlage die Zeit im Analyseraum mit einer Juxpartie gegen Ctibor tot, dann die Hiobsbotschaft:
Ivancsics verliert! So geknickt hab ich ihn selten gesehen: einzügiges Matt übersehen!
(Nebenbei die nächste Hiobsbotschaft für alle Grünen: Rapid gleich nebenan im Stadion 0:2
gegen Admira zurück).
1:5, wir können nicht mehr gewinnen, Bartl verwertet zwar das Endspiel, aber inzwischen gefällt mir
Joe's Stellung trotz Mehrqualität nicht mehr und auch der Sascha (unser fleißigster Punktelieferant
der beiden letzten Saisonen) muss ums Remis raufen. Heißi, lange in der Remisbreite, schiebt
unnötig einen Bauern zu weit vor, sein um 300 ELO stärkerer Gegner Lipp lässt die Chance aber
ungenutzt. Dann plötzlich die Gewinnmöglichkeit - aber leider ausgelassen. Joe kommt mit seinen
Türmen nicht durch und gibt Remis, Sascha hält auch, 3:6.
Damit sind unsere Gegner aus dem "Schneider", ich ernte allerdings böse Blicke und giftige
Kommentare von den Austrianern ob unserer schwachen Aufstellung. Währing (natürlich auch
verstärkt) macht nämlich-ebenfalls überraschend- 4,5 Punkte gegen Aljechin (die uns damit nicht
mehr einholen können).
Die Austria bräuchte aus den letzten 3 Begegnungen 2,5 Punkte, steht aber überall schlecht.
Nach und nach geben die Austrianer auf, nur unser Heißi kostet die Schlussrunde voll aus:
Turmendspiel und Verlängerung quasi. Rapid verliert sogar 0:4, aber Rapidfan Andi H.,
vulgo Wolfsbauer Junior, zeigt konditionelle Stärke, behält nach 5,5 Stunden die Nerven und
gewinnt: 4:6. Damit verteidigen wir zumindest den 2. Platz gegen Ottakring, die ebenso hoch
gegen tschaturanga verlieren, welchen wir hiermit zum Meistertitel herzlich gratulieren.
Aber immerhin haben wir sie in der direkten Begegnung geschlagen und sind Vizemeister!!

Abhängig vom Ausgang der 2. Bundesliga Ost könnten wir auch hier noch aufsteigen.