VS Schülerliga-Finale Wien: Favoritner Jugend dominiert!

3 Mannschaften habe ich als Trainer besonders im Auge: die beiden Teams der Neulandschule und die Schukowitzgasse, wobei die NLS A schon vorbereitet wurde, in einen heißen Kampf gegen das Theresianum einzusteigen, in dem jeder Punkt zählt. Die Vermutung, dass beide Teams sehr hoch punkten werden und die Entscheidung über die nicht gemachten Punkte fallen wird, war richtig. Der NLS B galt meine meiste Aufmerksamkeit, sie war mein „6. Mann“ des A-Teams.

Interessantes Detail: bei der NLS A sind alle 5, beim NLS B 3 und beim Theresianum auch 2 Kinder beim SZ Favoriten gemeldet. Welche Schule auch immer gewonnen hätte - Favoritner haben Gold umhängen! Aber nun zum spannenden Verlauf des Bewerbs:

In der 2. Runde konnte die Irenäusgasse A dem Theresianum A einen Punkt abknöpfen, die NLS führt mit 8, Theresianum hat 7. Erinnerungen an eine ähnliche Schlacht im Jahr 2011 werden wach: damals hatte die NLS gegenüber der Rohrwassergasse in der 2. Runde einen Punkt Vorsprung und brachte den mit viel Glück ins Ziel. Aber das Niveau ist seither dramatisch angestiegen, mehr als eine 50:50-Chance ist es noch immer nicht: Wir haben 2 Top-Kids (Daniel Georgiev und Sebastian Kaspar) und 3 echt gute Gefolgsleute, die allesamt 1000 ELO-Wert sind. Doch das Theresianum hat auch 2 Top-Kids (Michael und Alexander Miazhynski) und 3 echt gute Gefolgsleute mit rund 1000 ELO pro Kopf – und die krachen nun in Runde 3 aufeinander.

Der Spielsaal war leer, doch Tisch 1 war noch immer voll besetzt. Sebastian Lehner bezwingt Stefan Kober, die NLS schlägt zurück, Sandro Hanzl bezwingt Kaan Erdem, 1:1. Bei K+S (Sebastian Kaspar) gegen K+S+L (Alex Miazhynski) kommt es zum Remis, und Daniel Georgiev lenkt bei Michael Miazhynski ins Dauerschach ein (Dame gegen Dame plus Bauer) – 2:2 im Duell der Giganten.

Auch in Runde 4 patzt keiner der Führenden, und es bleibt beim hauchdünnen 1-Punkt-Vorsprung. Ich nutze die Gelegenheit, das B-Team, das sich schon auf Tisch 2 vorgearbeitet hatte, zum Kampf gegen Theresianum A in Runde 5 einzustellen. Trotz einer schweren Partie, die sie in Runde 4 hatte, werde ich nun Viktoria Sobota zum Kampf auf Brett 3 bitten. Es war ein Glücksgriff: In einem Zweispringerspiel opfert die Landesmeisterin der U10 den Springer auf f7 in einer ihr bekannten Variante und kann einen Punkt stibitzen. Damit führt das A-Team nun mit 2 Punkten!

Die Freude währte nur kurz, als Stefan Kober sich in Runde 6 in heikler Stellung ablenken ließ und seine Partie gegen die Irenäusgasse A verlor (der selbe Gegner, bei dem das Theresianum in der 2. Runde „nur“ 3:1 scorte), und somit verkürzte das Theresianum den Vorsprung der NLS wieder auf 1 Punkt. Ich greife auf meinen Ersatzmann zurück, der im letzten Activity-Cup schon Flagge zeigte: Harald Schwab wird die Schlussrunde spielen.

Bevor die 7. Runde beginnt, sehe ich, dass sich die Schukowitzgasse nach einem schwierigen Start (1. Runde gleich gegen NLS A) erst wieder fangen musste, sich im Laufe des Turniers aber steigern konnte und mit einem Kantersieg noch aufs Stockerl könnte. Denn kurioserweise lag der Drittplatzierte nach 6 Runden (Zinckgasse) bereits 6,5 Punkte hinter dem Zweiten, aber der 13. Platz nur 3,5 Punkte hinter dem Dritten! Auch hier war für jeden noch alles drinnen – am wenigsten für die Zinckgasse, denn die hatte die NLS A zum Gegner.

„Schwarz drückt die Uhr“, und ich war wieder ganz in hoffnungsvollen Gedanken bei der NLS A. Ein 4:0 wäre schön, doch es steht erst 3:0 für die NLS, da kommt Präsident Christian Hursky und drückt mir die Hand. Verdutzt sehe ich ihn an, er muss es mir dreimal sagen, bis ich es kapiere: Beim Theresianum ging eine Partie verloren!

Auch modernste Technik kann von einem Stein zerschlagen werden - Dominik Meyer von der Irenäusgasse C war der "Stein", der völlig überraschend Michael Miazhynski in einem Blitzangriff besiegt! Er macht damit den Weg frei für die Neulandschule als Sieger der Volksschul-Schülerliga, die das aber auch aus eigener Kraft noch geschafft hätte, denn auch Harald Schwab gewinnt sein Spiel – 25 Brettpunkte von 28 möglichen gemacht und doch stets gezittert, aber die Spieler haben die Nerven behalten und der Trainer hat es auch überlebt.

1,1,1,1,2,1 – ein erfreuliches Zeugnis der Platzierungen der vergangenen 6 Finalspiele für die Kinder vom Laaerberg. Der nun 5. Wiener Titel berechtigt zur Teilnahme beim Bundesfinale in Bad Gastein (22.-25.05.16), wir wünschen dem Team alles Gute!

Vizemeister mit sagenhaften 23 Punkten (damit wurde fast immer der Titel geholt!) wurde das Theresianum A, und auf Rang 3 landete mit 15 Punkten die Irenäusgasse A, durchaus verdient, denn als einzige Mannschaft gelang es ihr, den beiden Führenden jeweils 1 Brettpunkt abzuknöpfen. Einen halben Punkt dahinter bereits die NLS B – fast hätte es die zweite Mannschaft vom Laaerberg aufs Podest geschafft! Rang 5 mit 14 Zählern gehört der Schukowitzgasse.

3 Teams von mir unter den Top 5 und eines, das gewinnt! Mein Trainerherz ist nun deutlich entspannter und ich widme mich dem 3. und letzten Teil des Schülerliga-Krimis – dem Mädchenbewerb.
Ergebnisse Volksschule: http://www.chess-results.com/tnr198342.aspx?lan=0
Weitere Fotos und Videos (ab Ende April) auf http://www.activity4u.at/73/videogalerie